| Notater |
- Anton Schermar war ein Sohn des Egloff Schermar (1573-1612) und der Johanna Neubronner sowie Enkel des
r?uhrigen Ulmer Rats Anton Schermar, der mit Agathe Neithardt verheiratet war (vgl. E Neithardt Akten Nr. 61).
Der j?ungere Anton Schermar studierte zun?achst in T?ubingen, aus dieser Zeit ist sein prachtvolles Stammbuch
(Bestand F 7 Nr. 18) erhalten. Danach schloss sich eine ausgedehnte Studienreise nach Frankreich, England, die
Niederlande und Italien an, wo er auch Immatrikulationsbescheinigungen mehrerer Universit?aten ausgestellt
bekam (u. a. Bologna, Siena und Padua). 1628 nach Ulm zur?uckgekehrt, heiratete er dort Helena Baldinger
(1599-1683), aus der Ehe gingen die beiden T?ochter Helena und Magdalena hervor. ?Uber viele Jahrzehnte geh?orte
Schermar dem Ulmer Rat an und bekleidete wichtige ?Amter, u. a. Pfarrkirchenbaupfleger, Stadtrechner und
Geheimer Rat.
Anton Schermars private Interessen waren ?au?erst vielf?altig, wovon seine in der Ulmer Stadtbibliothek befindliche
Sammlung von ca. 2000 B?uchern zeugt. Auch seine tiefe pers?onliche Fr?ommigkeit ist immer wieder greifbar.
Die Vorliebe f?ur die Kirchengeschichte gipfelte in der Abfassung seiner "Jesu Christi Religions Chronik" (Stadtbibliothek
Ulm Hist 4/55-66), zu der im Bestand zahlreiche Vorarbeiten ?uberliefert sind. Ferner ist eine von ihm
eine um 1642 angefertigte Zusammenstellung von Dokumenten zur Ulmer Herrschaftsgeschichte erhalten (A
2112). Eine mit Sicherheit in seinem Auftrag angefertigte Ahnentafel ?uber neun Generationen der Schermar
h?angt heute (2009) im 2. Stock von Weinhof 15. Daneben besa? er eine gro?e M?unzsammlung, f?ur deren Erweiterung
er zahlreiche Korrespondenzen pflegte. Nachdem er sich aus gesundheitlichen Gr?unden um 1672 weitgehend
aus der aktiven Politik zur?uckgezogen hatte, widmete er anscheinend dieser Leidenschaft viel Zeit. 1678
war es ihm und seiner Frau verg?onnt, das 50j?ahrige Ehejubil?aum zu feiern.
Nach seinem Tod am 8. September 1681 blieb Schermars Bibliothek nach Bestimmungen des Testaments bei der
Schermar'schen Familienstiftung, wo sie im Schuhhaus und sp?ater im nord?ostlichen M?unsterturm ?uber der Neithardtkapelle
untergebracht war, bis 1977/78 sie an die Stadtbibliothek Ulm zur Verwaltung ?ubergeben wurde.
Ein Katalog von 1745 ist vorhanden, allerdings sind bis zur ?Ubergabe an die Stadtbibliothek einige wertvolle
St?ucke verschwunden (wohl nach 1948), dies gilt leider auch f?ur die M?unzsammlung.
Kilde: (Stadtarchiv Ulm, Familienarchiv Schermar, Akten, Bearbeitet von Dr. Stefan Lang.
|